Magellan Maritime Services GmbH - Wie geht es weiter? (16.08.2016)

Magellan Maritime Services GmbH – Der vorläufige Insolvenzverwalter informiert – aber viele Fragen bleiben offen

Seit 01. Juni 2016 ist das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der Magellan Maritime Services GmbH (MMS) eröffnet. Von Anfang an war aber fraglich, ob das Anlagemodell tatsächlich so sicher und einfach ist, wie es von der Magellan Maritime Services GmbH und vom Vertrieb gerne dargestellt wurde. Insbesondere wurden gerne die Vorteile einer Direktinvestition in Container gegenüber einer Beteiligung an einem Containerfonds herausgestellt. Die vorläufige Insolvenz macht nun deutlich, dass das Anlagemodell weit mehr Risiken beinhaltet, als angenommen und mit einer Vielzahl von rechtlichen und tatsächlichen Fragen behaftet ist.

Anders als es nach den ersten Rundschreiben schien, ist auch dem vorläufigen Insolvenzverwalter Borchardt inzwischen klar geworden, dass die Konstruktion des Anlagemodells zahlreiche rechtliche Probleme mit sich bringt. Entsprechend weist er in seinem neuen Rundschreiben vom 15.08.2016 auch auf Widersprüche in den vertraglichen Regelungen zwischen den Investoren und der Magellan Maritime Services GmbH hin.

Das Regelinsolvenzverfahren soll voraussichtlich am 01.09.2016 eröffnet werden. Erst dann können Forderungen zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Für den weiteren Verlauf und die voraussichtlichen Forderungsanmeldungen ergeben sich aber bereits jetzt zahlreiche Fragen:

Wem stehen die Mietzahlungen aus den Containern zu?

In den Verwaltungsverträgen ist geregelt, dass sämtliche Rechte und Pflichten aus dem Mietverhältnis über die Container auf den Investor übergehen. Wenn die MMS nicht mehr in der Lage ist, die Zahlungen zu erbringen, soll auch die Abtretung des Anteils der Mietzahlungen, der über die garantierte Miete hinausgeht, hinfällig sein. Die Rechte aus dem Mietverhältnis sollen dann vom Investor unmittelbar wahrgenommen werden. Das würde aber dafür sprechen, dass jedenfalls im Verhältnis zur MMS der Anleger die Mietzahlung direkt an sich fordern kann, und zwar in der Höhe, in der sie bezogen auf seinen Container tatsächlich gezahlt werden. Der Insolvenzverwalter vertritt, gestützt auf ein in Auftrag gegebenes Gutachten, allerdings die Auffassung, die Mieteinnahmen stünden der Magellan Maritime Services GmbH zu und seien vom Anleger dann später als Insolvenzforderungen geltend zu machen. Aber auch er geht davon aus, dass diese Frage im Zweifel wohl gerichtlich zu klären sei.

Für die Anleger ergeben sich dabei auch ganz praktische Probleme. Ohne Kenntnis vom Vertragspartner und vom Inhalt des konkret zu seinem Container geschlossenen Vertrag, kann er seine Forderungen noch nicht einmal beziffern.

Welche Rechte bestehen an den Containern?

Auch hier stellt sich die Frage, ob der Anleger einen „Aussonderungsanspruch“ auf Herausgabe oder auf Abtretung eines Herausgabeanspruchs hat oder ob er wegen des Wertes der Container eine zur Insolvenztabelle anzumeldende Schadensersatzforderung geltend machen muss. Für das weitere Vorgehen dürften die Information zum Verbleib und den Vertragskonditionen wesentlich sein.

Was passiert mit dem Rückkaufangebot?

Wenn der Insolvenzverwalter an dem Vertrag nicht festhalten will, werden Anleger, die bereits mit der MMS einen Vertrag über den Rückkauf der Container geschlossen haben, entsprechende Forderungen wohl zur Insolvenztabelle anmelden müssen. Dort, wo der Rückkauf in Kürze erfolgen soll, wird es ebenfalls darauf ankommen, ob das Containergeschäft fortgeführt werden kann, ob Investoren die Geschäfte übernehmen oder doch das Unternehmen abgewickelt werden muss.

Noch hält der vorläufige Insolvenzverwalter die Fortführung des Geschäfts wohl für möglich.

Zur Erteilung von Auskünften, insbesondere zum Verbleib der Container und den einzelnen Mietverträgen ist der vorläufige Insolvenzverwalter nicht bereit. Hier werden die Anleger wohl auf die Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens warten müssen. Insbesondere sind die tatsächlichen Ursachen der Insolvenz von Interesse. Eine mögliche Ursache wird in dem aktuellen Rundschreiben ja bereits angedeutet. Danach sollen die Containermieten „deutlich“ unter den Garantiezahlungen liegen, die die MMS den Investoren versprochen haben.

Betroffenen Anlegern wird deshalb dringend empfohlen, sich in dieser Sache qualifizierten und unabhängig beraten zu lassen. Mit Rechtsanwalt Moritz Schmidt und Rechtsanwalt Stefan Forster stehen zwei auf die Vertretung von Kapitalanlegern spezialisierte Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht zur Verfügung, die sich in den letzten Jahren wesentlich um die Aufklärung von Großschadensfällen und Kapitalanlagebetrug verdient gemacht haben.

Kostenlose Erstberatung: Fachanwälte   Moritz SchmidtStefan Forster