Container Direktinvestments - keine risikolose Geldanlage (01.06.2016)

Container spielen im weltweiten Transport von Waren aller Art eine wesentliche Rolle. Von der Bahn in langen Güterzügen und auf den Straßen von LKW transportiert fallen sie den Verkehrsteilnehmern täglich auf dem Arbeitsweg ins Auge. Mit Containerschiffen lassen sich die im Container-Einheitsmaß TEU gemessenen Container einfach über die Weltmeere transportieren. Doch wem gehören diese Container eigentlich?

Ähnlich wie bei den immer größer werdenden Containerschiffen nimmt man an, dass diese im Eigentum großer Firmen und Konzerne stehen. Das ist allerdings nicht unbedingt so.

Anbieter auf dem grauen Kapitalmarkt haben nicht nur Schiffe und insbesondere Containerfrachter als Investitionsgegenstand von Schiffsfonds entdeckt und in den vergangen Jahrzehnten an normale Anleger verkauft. Diverse Anbieter haben auch die transportierten Container dem normalen Anleger über entsprechende Produkte als Investitionsgegenstand zugänglich gemacht.

Während Containerschiffe mehrere Millionen Euro Kosten, häufig nur mit Hilfe von Millionenkrediten gekauft werden und von einzelnen Anlegern nicht erworben werden können, diese sich also nur als Mitgesellschafter an einer Fondsgesellschaft an diesen Schiffen beteiligen können, sieht es bei Containern anders aus. Container sind neu oder gebraucht bereits für wenige tausend Euro zu erwerben. Sie eignen sich deshalb statt einer Fondsbeteiligung als niederschwelliges Angebot für Anleger, die nur begrenzt eigene Gelder investieren können oder wollen. Anleger können abhängig von ihrem verfügbaren Kapital einen oder mehrere Container erwerben, das in einem Angebotspaket des Anbieters (z.B. Buss, Magellan, P + R Container) die Vermietung und Verwaltung der Container sowie den anschließenden Rückkauf der Container zu festen Kauf-, Miet- und Rückkaufpreisen beinhaltet. Häufig wird auch mit einer kurzen Laufzeit des Anlageproduktes von wenigen Jahren geworben. Container-Direktinvestments konnten von den Anbietern und Vertrieben deshalb als Rund-Um-Sorglos-Paket angeboten und verkauft werden.

Die Schiffahrtskrise brachte diverse Schiffsfonds (Containerschiffe, Tanker, Massengutfrachter) aus dem Gleichgewicht und bescherte Anlegern erhebliche Verluste. Containerinvestments schienen von der Schiffahrtskrise nicht betroffen zu sein. Das verwundert auf den ersten Blick nicht. Bestellung und Bau eines Containerschiffs erfolgen in der Regel Jahre im Voraus. Die Bestell- und Fertigungszeit für Container ist deutlich kürzer. Anders als bei den mit Krediten in Millionenhöhe finanzierten Schiffsfonds spielten Darlehen beim Ankauf der einzelnen Container in der Regel keine Rolle.  Auch das Überangebot an Transportkapazitäten auf immer mehr in Dienst gestellten Schiffen, änderte nichts an Bedarf und Nachfrage nach Containern als Transportverpackung für die zu transportierenden Waren und Güter. Entsprechend war der Preisverfall für den Transport einzelner Container auf den Containerschiffen nachvollziehbar. Die Anbieter von Container-Direktinvestments vermittelten den Eindruck, es handele sich bei ihren Paketangeboten um krisensichere Investments.

Container-Direktinvestments sind allerdings nicht so risikolos und unkompliziert, wie die Anbieter es darstellen. Es ist für einen Anleger bestimmter Angebote natürlich bequem einen Container für einen bestimmten Preis zu erwerben, für dessen Vermietung vier oder fünf Jahre eine vereinbarte Miete zu kassieren und anschließend diesen Container zu einem vorher vereinbarten Kaufpreis wieder an den Anbeiter zurück zu verkaufen. Es ist auch schön für den Anleger, wenn das klappt. Allerdings ist dieses Geschäftsmodell nicht kontrolliert und intransparent, da nicht erkennbar und nachvollziehbar ist, wie die Verkäuferseite, die auch die Vermietung und den Rückkauf mit anbietet, wirtschaftet. Außerdem bestehen Risiken, wenn die Vermietung der Container oder deren Rückkauf nicht wie versprochen klappen oder umgesetzt werden. Eigentümer der Container ist der jeweilige Anleger. Als Eigentümer des einzelnen Containers muss sich der Anleger auch um diesen kümmern, wenn es bei Vermietung oder Rückkauf zu Komplikationen Störungen oder gar Ausfällen kommen sollte (Haftung für Standgebühren, Sicherungsmaßnahmen). Bei Containern, die auf den Weltmeeren unterwegs sind und über die großen Containerhäfen umgeschlagen werden, ist das für nicht branchenerfahrene Anlegerinvestoren eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Dieses nicht nur theoretische Risiko haben viele Anleger nicht im Blick und es wird von Verkäuferseite auch nicht ausreichend thematisiert.

 

 

Betroffenen Anlegern wird deshalb dringend empfohlen, sich in dieser Sache qualifizierten und unabhängig beraten zu lassen. Mit Rechtsanwalt Moritz Schmidt und Rechtsanwalt Stefan Forster stehen zwei auf die Vertretung von Kapitalanlegern spezialisierte Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht zur Verfügung, die sich in den letzten Jahren wesentlich um die Aufklärung von Großschadensfällen und Kapitalanlagebetrug verdient gemacht haben.

Kostenlose Erstberatung: Fachanwälte   Moritz SchmidtStefan Forster