Anlegergelder der Selfmade Capital und NCI New Capital Invest in dunkle Kanäle geflossen (09.04.2017)

Mehr als 200 Millionen EUR an Anlegerkapital verschwunden - Recherchen in den USA und Abu Dhabi - Verdacht auf vorgetäuschte Investitionen - Warnung vor Moratorium
 

Ein Jahr nach dem Ausbleiben der ersten Zahlungen zeigt sich, dass die Recherchen der Anlegeranwälte richtig waren. Am Mittwoch 09.04.2014 ließ der Chef des dima24.de Konzerns, Malte Hartwieg über seine Anwälte Klumpe, Schroeder und Partner einen ersten Zwischenbericht zur Lage der von ihm initiierten Fonds an die Anleger versenden. Demnach gelang es den Anwälten seitdem nicht, den genauen Verbleib von fast 150 Millionen Euro in den Fonds der Selfmade Capital und der NCI New Capital Invest aufzuklären. Der Bericht bestätigt damit alle Warnungen der Münchener Kapitalmarktkanzlei Lachmair & Kollegen. Diese hatte nach eigenen Ermittlungen schon im Herbst auf die windigen Geschäfte des Christian Kruppa mit Dynex Energy und Co. hingewiesen und eigene Recherchen in den USA und Abu Dhabi begonnen. Dass darüber hinaus noch 34 Millionen USD an Anlegergeldern Richtung Ukraine geflossen sind, trägt zum desaströsen Bild bei. Nachdem mit „Investmentchef“ Christian Kruppa ein Sündenbock gefunden wurde, verlangt Konzernchef Malte Hartwieg nun ein Moratorium von den geprellten Anlegern. Viel deutet darauf hin, dass damit der Bock zum Gärtner gemacht wird. Schließlich sind nicht nur die mit Christian Kruppa in Verbindung gebrachten Selfmade Capital EMIRATES – Fonds und NCI New Capital Invest – Fonds betroffen. Auch bei den Fonds der EURO GRUNDINVEST und PANTHERA gibt es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten und die Homepage der dima24.de ist seit einer Woche außer Betrieb.

 

Freie Hand für Christian Kruppa bei Selfmade Capital und CNI New Capital Invest

Schon in der Einleitung machen die Vertreter von Malte Hartwieg klar, dass es laut Fondskonzeption kaum bindende Vorgaben für die Verwendung der Anlegergelder gegeben habe, sei es durch die Investition in Genussrechte der diversen Christian Kruppa gehörenden Middle East Ventures Ltd. – Firmen oder durch die Beteiligung als atypisch stiller Gesellschafter. Zusammen mit dem sehr vagen Investitionszielen kommt dies einem „Blindpoolkonzept“ sehr nahe. „Den Anlegern wurde von Anfang an die Beteiligung an einem ganz konkreten Investmentprojekt vorgegaukelt. Dabei gab es tatsächlich kaum eine Kontrolle, wie die Gelder überhaupt investiert werden“, so Rechtsanwalt Stefan Forster von der Kanzlei Lachmair & Kollegen in München.

 

NCI New Capital Invest – Gelder in dunkle Kanäle geflossen

Der Report bestätigt auch die Recherchen in den USA und Abu Dhabi. Schon im Herbst waren die Rechtsanwälte auf fragwürdige Geschäfte der von Christian Kruppa kontrollierten Dynasty Oil & Gas (International) LP gestoßen. In Höhe von 20,15 USD wurden angeblich Aktien der Dynex Energy SA erworben. Der Haken daran: Obwohl der theoretische Börsenwert der Aktiengesellschaft 418 Mio. EUR beträgt, wurden dem Bericht nach nur ein einziges Mal zum 01.03.2013 ganze 89 Aktien zum Preis von 31,40 EUR gehandelt. Eine klassische Luftnummer. „Derartige Praktiken finden sich regelmäßig nur im Zusammenhang mit krimineller Geldwäsche“, so Rechtsanwalt Moritz Schmidt. Auch die Angaben zum Verbleib des restlichen Investmentkapitals deuten nicht auf sorgfältiges Wirtschaften hin. So wurden alleine mehr als 34 Mio. USD in angebliche ukrainische Explorationsfirmen gesteckt – auch vor der Krim-Krise ein alles andere als solides Investment.

 

Keine Spur der Selfmade Capital EMIRATES – Gelder

Gar nicht weiter gekommen sind die Anwälte von Malte Hartwieg auf der Suche nach den Geldern der Selfmade Capital EMIRATES – Fonds. Nach fast einem Jahr Recherche konnten die Anwälte der Initiatoren keinerlei Bestätigung erbringen, dass Christian Kruppa die über seine Middle East Ventures – Firmen empfangenen Gelder tatsächlich in Projekte wie die IPMR Goldraffinerie oder die ICON Concrete Fertigbetonfabrik investiert hat. Rechtsanwalt Forster hat mit seinem Kollegen bereits im Februar vor Ort in Abu Dhabi recherchiert. „Für uns ist dies keine Überraschung. Obwohl es die beworbenen Projekte wohl zumindest eine Zeit lang gegeben hat, fanden wir keine Hinweise, dass die Anlegergelder dort investiert worden sind.“

 

Betrüger oder Betrogener – was wussten Initiatoren und Emittenten

Selfmade Capital und NCI New Capital Invest geben sich in Person von Konzernchef Malte Hartwieg indes als Opfer von „Investmentchef“ Christian Kruppa und verneinen selbstverständlich eine Kenntnis von diesen Machenschaften. Auch auf die Rolle des ebenfalls Malte Hartwieg zuzurechnenden dima24.de – Konzerns wird so gut wie nicht eingegangen. Dabei waren es doch gerade die „Analysten“ genannten Vermittler, welche die Anleger mit angeblichen Erfolgen der konkreten Investmentprojekte versorgten und bei Laune hielten. Von „geheimen Fotoaufnahmen“ der Projekte bis hin zur Besichtigungstour für besonders finanzkräftige Anleger reichten die Anstrengungen, Zweifel bei den Anlegern zu zerstreuen. Rechtsanwalt Forster:„Nach meiner persönlichen Einschätzung ist die Schuldzuweisung allein an Christian Kruppa unglaubwürdig und durchschaubar. Damit soll wohl von der Verantwortung der Initiatoren und des Vertriebs abgelenkt werden." Anders als Christian Kruppa, der keinen direkten Kontakt zu den Anlegern stand, sehen sich diese deutlich größeren Haftungsrisiken gegenüber. Zumal der Bericht ja offenlässt, ob Christian Kruppa nicht sogar im Rahmen der butterweichen Investitionszielvorgaben formal korrekt „in den Rohstoffbereich“ investiert hat.

 

Vorsicht vor dem Moratorium

Drängendste Frage für alle betroffenen Anleger dürfte in den nächsten vierzehn Tagen die richtige Reaktion auf das Moratoriumsangebot von Malte Hartwieg und Co. sein. Obwohl aus unserer Sicht schon die einseitig verordnete stillschweigende Annahme durch die Anleger einer gerichtlichen Prüfung nicht standhält, gilt es für jeden Einzelfall die Chancen und Risiken genau abzuwägen: „Unter Umständen riskiert ein Anleger, innerhalb der entscheidenden nächsten sechs Monate untätig zu bleiben und dadurch weitere wirtschaftliche und rechtliche Nachteile zu erleiden“, so Rechtsanwalt Stefan Forster von der Münchner Kapitalmarktkanzlei Lachmair & Kollegen.

Betroffenen Anlegern wird deshalb dringend empfohlen, sich in dieser Sache von qualifizierten und unabhängigen Anlegeranwälten beraten zu lassen. Mit Rechtsanwalt Stefan Forster und Rechtsanwalt Moritz Schmidt stehen zwei auf die Vertretung von Fondsanlegern spezialisierte Anlegeranwälte zur Verfügung, die sich in den letzten Monaten wesentlich um die Aufklärung der Machenschaften der dima24.de verdient gemacht haben und mittlerweile mehrere hundert betroffene Anleger vertreten.

 

Kostenlose Erstberatung: forster@ra-lachmair.de schmidt@ra-lachmair.de