Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds

Ein geschlossener Fonds ist eine Kapitalsammelstelle, die Anlegergelder in einer zuvor festgelegten Höhe durch eine feststehende Anzahl von Anteilen oder eine definierte Kapitalsumme einwirbt. Ist diese erreicht, schließt der Fonds. Eine Rückgabe von Anteilen an den Fonds oder eine Ausgabe neuer Anteile um einer höheren Nachfrage gerecht zu werden erfolgt nicht. Die Investitionen der Fonds erfolgen in einem zuvor festgelegten Rahmen, häufig nur in ein Investitionsobjekt. Geschlossene Fonds haben eine zuvor festgelegte (Mindest-)Laufzeit, häufig von mehreren Jahren, ein vorzeitiger Ausstieg für Anleger ist nicht vorgesehen. Die Anbieter greifen für ihre Angebote auf verschiedene Rechtsformen zurück. Phasenweise wurden viele Fonds als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) konzipiert. In den letzten Jahren überwiegen Angebote in der Rechtsform Kommanditgesellschaft (KG), an der sich Anleger direkt als Kommanditist oder mittelbar über einen Treuhänder beteiligen. Dadurch ist seine Haftung grundsätzlich auf die Einlage, also den Beteiligungsbetrag begrenzt, während er sonst direkt am Gewinn oder Verlust der KG beteiligt ist.

Es handelt sich hier um klassische Angebote des "grauen" (weil nicht regulierten) Kapitalmarkts, die alle möglichen Investitionsmöglichkeiten zum Gegenstand haben können. Diese unternehmerischen Beteiligungen haben vielfach ein Totalverlustrisiko für die Anlegergelder, was viele Investoren in den vergangen Jahren schmerzlich bemerkt haben. Seit 22.07.2013 gelten für diese Fonds neue gesetzlich Regelungen (u.a. AIFM-Richtlinie, KAGB), die den Wildwuchs und die Fehlentwicklungen der vorherigen Jahre möglichst verhindern sollen. Ob das gelingt beginnt sich langsam zu zeigen.

Getrieben von der Inflationsangst im Zuge der Finanzkrise vertrauten viele Anleger dem Versprechen von der "inflationsfesten Investition in Sachwerte". Allein im Jahr 2010 flossen mehr als 6 Milliarden EUR an Eigenkapital in geschlossene Fonds. Mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt: Das Handelsblatt bezeichnete geschlossene Beteiligungen sogar als "die schlechteste Geldanlage der Welt". Egal ob die Fondsgesellschaften die Anlegergelder in Immobilien, Schiffe, Rohstoffe, Biogas-, Wind- oder Solaranlagen oder was auch immer investierten - immer wieder scheiterten Fonds in den letzten Jahren. Neben der Inkompetenz der Geschäftsführung sorgen regelmäßig kriminelle Aktivitäten von Initiatoren und Hintermännern dafür, dass das Geld der Anleger am Ende in dunklen Kanälen versickern. Oft ist schon der Verkaufsprospekt, der dem Anleger die entscheidenden Informationen vor der Zeichnung liefern soll, unvollständig oder fehlerhaft. Wegen der für dieses Anlageprodukt sehr hohen Vertriebsprovisionen wurden diese von den Vertrieben und auch Banken oft besonders aggressiv und unter Verletzung von Beratungs- und Aufklärungspflichtverletzungen vertrieben. In diesen Fällen können betroffene Anleger regelmäßig Schadensersatz- und Rückabwicklungsansprüche gegen den Vertrieb, die Gründungsgesellschafter und Hintermänner der gescheiterten Fondsgesellschaft außergerichtlich und gerichtlich geltend machen, um wenigstens einen Teil ihres Beteiligungskapitals zurück zu erlangen.

Bei bekannter Fehlentwicklung ihrer Fondsbeteiligung oder Vermutungen, dass etwas nicht stimmt, sollten Sie sich durch spezialisierte Rechtsanwälte beraten lassen. Etwaige Schadensersatzansprüche können verjähren, spätestens taggenau zehn Jahre nach der Zeichnung. Damit Ihnen das nicht passiert kann es sinnvoll sein frühzeitig anwaltlichen Rat einzuholen.