Canada Gold Trust - Gefährliche Fonds für Anleger (20.03.2014)

Kaum Informationen über Anlageobjekt – gedeckelte Gewinnaussicht bei höchstem Risiko  – Verflechtungen zwischen Initiatoren und Darlehensnehmer

 

Der Goldpreis ist hoch, soll sogar noch weiter steigen. Wobei er sich momentan deutlich unterhalb seines Jahreshochs bewegt, was die Phantasien offensichtlich anheizt. Das, gepaart mit einem durchaus wagemutigen Zirkel von Goldsuchern Cariboo District, ist derzeit der Hintergrund für diverse Angebote. Wo schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Goldsucher aufliefen und Orten wie Bullion und Barkerville, jetzt eine Geisterstadt, zu kurzzeitigem Ruhm und Wohlstand verhalfen, dort ist offenbar die neueste Sickergrube für deutsche Anlegergelder.

Neben der Proven Oil Canada ist der Canada Gold Trust mit seinen div. Fonds ein Angebot, das anzunehmen neben gehörigem Mut auch ein äußerst großzügiges Verständnis der Initiatorenseite erfordert. Denn diese wird in jedem Fall von dem Angebot profitieren, bei den Anlegern sind wir da eher skeptisch.

28% Verzinsung für ein Nachrangdarlehen

Das dürfte man unter Risikokapital verstehen. In Zeiten der Niedrigzinsen erinnert so etwas fast schon an mafiöse Kredithaie, entsprechendes Forderungsmanagement eingerechnet. Aber nein, es gibt ja noch die Einschränkung, dass man Darlehen und Zinsen nur zurückzahlen braucht, wenn es auch wirklich nicht weh tut. Der Nachrangvorbehalt ist umfassend. Wer unsere Ausführungen zu POC kennt, den wird kaum überraschen, dass man über die Darlehensnehmerin, eine Beaver Pass Gold Mines Inc. nichts erfährt, weder zur Kapitalisierung noch zu den handelnden Personen und deren Kompetenz.

Und zum mutmaßlichen Abbauvolumen gibt es auch nichts Verbindliches. Schuldbeitretender sind die ebenso unbekannten Henning Gold Mines Inc. an gleicher Adresse in Vancouver, die Begünstigten des ersten Fonds. Man ist übrigens äußerst flexibel, was den Einsatz von Fremdmitteln betrifft. Zwischen einer und 35 Mio. € kann das Darlehen betragen, man wird das Geld schon unter die Leute bringen. Und das bei 28% Zinsen. Wobei: Davon sollen die Kommanditisten auch nur die Hälfte bekommen. Was mit dem Rest geschieht, bleibt im dunklen. Wir gestehen ein: Sehr nachvollziehbar ist das alles nicht.

Bereicherung der Initiatoren

Die Verantwortlichen der Canada Gold Trust GmbH, insbesondere Herr Peter Prasch und die namentlich unbekannten Vertreter der Henning Gold Mines Inc., denen die Gesellschaftsanteile der Canada Gold Trust GmbH gehören (das sind allerdings nur 25.000,00 €), können sich jedenfalls ins Fäustchen lachen. Denn die Eigentümer haben es ja praktisch in der Hand, ob sie sich, wenn auch wegen des Nachrangvorbehalts ohne konkrete Erfolgsaussicht, selber verklagten. Sie kassieren für die „Konzeption“ des Fonds, quasi also für die Formulierung des Darlehensvertrages, immerhin 13% des Kommanditkapitals und 1% noch für die Vertriebskoordination obendrauf. Und falls das Ganze doch noch funktioniert, bleiben noch 14% der 28%igen Verzinsung bei der Gesellschaft, die Anleger müssen sich mit der anderen Hälfte zufrieden geben.

Nicht zu Unrecht ist diese Gestaltung damit in die Liste der gefährlichsten Finanzanlagen (http://www.dangerous-finance.eu) aufgenommen worden. Und eines ist auch klar: Mit der Entwicklung des Goldpreises hat die Sache allenfalls sehr bedingt etwas zu tun.

Das Ende des Goldrausches

1880 ging das Gold des Cariboo Districts übrigens zum ersten Mal zur Neige. Die Goldsucher verließen den doch eher unwirtlichen Landstrich, die Hauptstadt Barkerville verfiel und wurde Ende des letzten Jahrhunderts zu touristischen Zwecken wieder aufgebaut. Ob vom aktuellen Goldrausch mehr als enttäuschte Anlegerhoffnungen bleiben, ist doch sehr zu bezweifeln.

Schadenersatzansprüche gegen die Verantwortlichen

Wir sehen durchsetzbare Schadenersatzansprüche gegen die Verantwortlichen, insbesondere gegen die Canada Gold Trust GmbH und deren Geschäftsführer Peter Prasch. Zudem sollte die Gesellschaft außerordentlich gekündigt werden. Insbesondere sehen wir es als rechtlich höchst bedenklich, dass die Darlehensnehmerin Henning Gold Mines Inc. und ihre Tochtergesellschaften offenbar die CGT GmbH gezielt als Vehikel installiert haben, um sich in den Besitz der Darlehensvaluta zu bringen. Damit werden Kontroll- und Auswahlmöglichkeiten gezielt ausgeschaltet, ohne dass ein Kunde das erkennen kann. Dazu wird auch unter dem Stichwort „Verflechtungen“ im Prospekt nichts gesagt, was aus unserer Sicht sogar strafrechtliche Implikationen nach sich zieht. Das vorsätzliche Verschweigen von anlagerelevanten Informationen ist nämlich nach § 264 a StGB unter Strafe gestellt.

Umstrukturierung der Anlagekonstruktion

Jedenfalls für den Canada Gold Trust Fonds I ist die Umstrukturierung des Gesellschafterdarlehens in Aktienanteile beschlossene Sache seit dem 30.07.2014. Der Börsengang der Muttergesellschaft HGM ist- sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt werden - für die erste Jahreshälfte 2015 geplant. Auch für die anderen drei Fonds ist gleiches geplant. Was sich hinter der Muttergesellschaft verbrigt, ist aus Anlegersicht unklar. Nach den ersten Informationen der Gesellschafterversammlung in Berlin am 30.07.2014 hat die HGM Gruppe aus Canada jedenfalls einen Bilanzverlust in Millionenhöhe zu verzeichnen. Jedenfalls durch die Umwandlung der Darlehensanteile in Aktienanteile dieser Muttergesellschaft dürfte - wenn auch kurzfristig - eine Refinanzierung bzw. Sanierung vorläufig sichergestellt sein.

Den Anlegern stehen wir zunächst mit einer kostenlosen Erstberatung zur Seite. Eine Mandatierung ist damit nicht verbunden, sondern kommt erst dann zustande, wenn Sie uns bevollmächtigen.Gerne beraten wir Sie in dieser Angelegenheit. Wenden Sie sich dazu an Rechtsanwalt Stefan Forster oder Rechtsanwalt Moritz Schmidt.