Canada Gold Trust - Anlegern droht Rückforderung der erhaltenen Ausschüttungen (05.04.2015)

Dr. h.c. Rudolf Döring als "Sanierer" im Amt - Anlegern droht Rückforderung der Ausschüttungen - Sanierungskonzept überzeugt noch nicht - RA Stefan Forster rät zur Vorsicht

Nach den turbulenten Gesellschafterversammlungen der Canada Gold Trust - Fonds droht den Anlegern nun auch noch die Rückforderung der erhaltenen Vorabausschüttungen. Zudem sind Zweifel am Sanierungskonzept der HGM und der Canda Gold Trust längst nicht ausgeräumt. Betroffene Anleger sollten die Rückzahlungsansprüche individuell prüfen lassen und Maßnahmen zur Hemmung der drohenden Verjährung von Schadensersatzansprüchen erwägen.  

Was sich bereits auf der Gesellschafterversammlung abgezeichnet hat, ist nun eingetreten: Im Namen der  der XOLARIS Verwaltungs GmbH fordert der neue Geschäftsführer Dr. h.c. Rudolf Döring von den Anlegern 30 Prozent der in den letzten Jahren erhaltenen Vorabausschüttungen zurück. Vor dem Hintergrund der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Canada Gold Trust - Fondsgesellschaften wird die Rückforderung der bereits ausgezahlten Gelder als alternativlos dargestellt. Ohne die - zumindest vorerst- teilweise Rückforderung der Ausschüttungen könne der Geschäftsbetrieb nicht in der erforderlichen Weise aufrecht erhalten werden, zudem sei eine Rückforderung der Vorabausschüttungen in der Satzung vorgesehen, sollte dies sie Liquiditätdlage des Fonds erforderlich machen. Die Rückzahlungen der Mandanten werde zurückgefordert, um im Interesse der Anleger die Sanierung der Canada Gold Trust - Fonds und der Investitionen in Canada voranzutreiben. Mit der Bestellung der XOLARIS Verwaltungs GmbH als Komplementärin der Canada Gold Trust - Fonds seien die vorher bestehenden Interessenkonflikte beseitigt worden, der ursprünglich von der HGM an die BDO erteilte Auftrag zur Prüfung der Mittelverwendung sei erweitert worden, die Treuhandkommanditisten werde in die Prüfung einbezogen und ihr Auskunftsrechte erteilt. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieses Gutachtens sollen Schadensersatzansprüche gegen die HGM und dem Board der HGM geprüft werden, während sich die HGM unter Einbeziehung der Komplementärin um neue Investoren bemüht. Der neue Geschäftsführer Dr. h.c. Rudolf Döring beschreibt seine Tätigkeit denn auch "als Sanierung notleidender Fonds" und "Krisenmanagement". Für viele Anleger, die die Entwicklungen bei ihren Canada Gold Trust - Beteiligungen bislang nicht besonders verfolgt haben, dürfte dieses Schreiben der XOLARIS den finalen Weckruf darstellen. Wurden sie bislang nur hinsichtlich der Rückzahlung des investierten Kapitals vertröstet, droht nun die Rückzahlung von eigenem Geld in nicht unerheblicher Höhe - selbst wenn es vorerst bei einem Drittel der erhaltenen Rückzahlungen bleiben sollte. Rechtsanwalt Moritz Schmidt von der Kapitalmarktkanzlei Lachmair & Kollegen, die mit mehreren hundert dima24.de - Geschädigten auch einen großen Teil der Canada Gold Trust - Anleger vertritt: "Unsere Anleger fürchten, dass sie nun schlechtem Geld noch einmal gutes Geld hinterher werfen müssen. Da sie über Jahre in dem Glauben gehalten wurden, die Auszahlungen stammten aus dem erfolgreichen Wirtschaften der HGM und der Canada Gold Trust - Fonds, dürften nur wenige die Zahlungen für Rückzahlung zurückgelegt haben. Insbesondere bei frühen Zeichnern drohen nun hohe Zahlungen - mit der Gefahr, dass am Ende ein Totalverlust steht."

Schon allein wegen der Rückzahlungsklausel in den Fondsverträgen sollten Anleger die Rückforderung durch die XOLARIS nicht pauschal als unwirksam ignorieren, zudem stellt auch eine Insolvenz der vier Canada Gold Trust - Fonds für die Anleger wohl keine wirkliche Perspektive dar. Vor einer vielleicht vorschnellen Rückzahlung der Gelder sollte die Rechtmäßigkeit der Rückforderung im konkreten Fall individuell geprüft werden, zumal Zweifel an den auf der Gesellschafterversammlung und im Rückforderungsschreiben gemachten Aussagen der HGM, der Canda Gold Trust - Fonds und der XOLARIS bislang noch nicht beseitigt werden konnten.

Obwohl die HMG auf den Gesellschafterversammlungen stets von erheblichen Goldvorkommen im Bereich des Eight Mile Lake - Claims sprach, kommt der sog. NI 43 - 101 Technical Report for Eight Mile Lake zu einem sehr viel kritischerem Ergebnis:  Demnach gibt es nur Hinweise auf Vorkommen der sog. "inferred category", auf ausreichenden tatsächlichen Explorationsmaßnahmen beruhende Beweise für tatsächlich vorhandene und wirtschaftlich abbaubare Goldvorkommen in dem angepriesenen Umfang lassen sich nach unserer Verständnis dem Report nicht entnehmen, unter anderem werden deshalb noch deutlich mehr  Probebohrungen empfohlen. Projekte, die ohne ausreichende Evidenzgrundlage und darauf fundierender Wirtschaftlichkeitsstudie mit der Förderung beginnen, hätten in der Vergangenheit ein erhöhtes Risiko des technischen und wirtschaftlichen Scheiterns gehabt.

WIe schon im Vorfeld bleibt auch das aktuelle Schreiben zur Person des neuen Geschäftsführers Dr. h.c. Rudolf Döring vage. Neben der genannten Firma Pro Emotion GmbH sind vor die nicht näher bezeichneten "anderen Gesellschaften" von Interesse, als eine von vielen etwa die in Liechtenstein beheimatetes SWM AG, wo er sich als Geschäftsführer um "gemanagte Edelmetallrohstoffverwaltung" kümmert. Erst im November letzten Jahres wurde über das Vermögen des Pylon Performance Fonds I das Insolvenzverfahren eröffnet - als Geschäftsführer der Pylon Performance Fund Management GmbH fungierte Dr. h.c. Rudolf Döring. Schon im Jahr 2004 war er für die Frankonia Service GmbH als Geschäftsführer  tätig. Die Produkte der Frankonia - Gruppe wurden zum Desaster für die Anleger mit strafrechtlichen Folgen für die Verantwortlichen. Kann die XOLARIS hier nicht mit Belegen für im Sinne der Anleger erfolgreich verlaufenden Sanierungsprojekten aufwarten, drängt sich eher der alte Spruch vom "medicus", der zum "vispillo" wurde auf.

Vor allem aber muss sich die XOLARIS daran messen lassen, wie konsequent die überaus konkreten und durch Dokumente scheinbar untermauerten Vorwürfe der Zweckentfremdung von Anlegergeldern durch die HGM und Jörg Schmolinski verfolgt werden. Rechtsanwalt Stefan Forster von der Münchner Kanzlei Lachmair & Kollegen sieht darin den entscheidenden Punkt für die betroffenen Anleger: "Wir raten den von uns vertretenen Anlegern von einer vorzeitigen Zahlung ohne individuelle Prüfung im Einzelfall ab. Zudem verlangen wir im Namen unserer Anleger konkrete Auskünfte zur Verwendung der Anlegergelder durch die HGM. Vor dem Hintergrund ganz konkreter benannter Firmen und Zahlungen müssen die Verantwortlichen bei der HGM und der XOLARIS endlich im Sinne der Anleger offenlegen, wohin deren Gelder geflossen sind, bevor noch weiteres Anlegerkapital zurückgefordert wird." Sollte eine Sanierung der Canada Gold Trust - Fonds scheitern, kommt möglichen Schadensersatzansprüchen gegen die Verantwortlichen bei den Canada Gold Trust - Fonds und dem dima24.de - Vertrieb eine entscheidende Bedeutung zu. Insbesondere im Fall einer Beteiligung an der Canada Gold Trust 2 GmbH & Co. KG droht spätestens ab dem Mai 2015 die Verjährung wichtiger Schadensersatzansprüche gegen die Hintermänner der Canada Gold Trust und der HGM. Rechtsanwalt Stefan Forster: "Unabhängig von der weiteren Entwicklung bei der HGM und der XOLARIS sollten in jedem Einzelfall verjährungshemmende Maßnahmen geprüft  werden, um im Fall eines Scheiterns der Canada Gold Trust - Fonds gegen die Verantwortlichen wegen Schadensersatz vorgehen zu können."

Betroffenen Anlegern wird dringend empfohlen, sich in dieser Sache von qualifizierten und unabhängigen Anlegeranwälten beraten zu lassen. Mit den Rechtsanwälten Stefan Forster und Moritz Schmidt stehen zwei auf die Vertretung von Fondsanlegern spezialisierte Anlegeranwälte zur Verfügung, die sich in den letzten Monaten wesentlich um die Aufklärung der Machenschaften der dima24.de verdient gemacht haben und mittlerweile mehrere hundert betroffene Anleger vertreten.
 
Kostenlose Erstberatung:       forster@ra-lachmair.de         schmidt@ra-lachmair.de