Fundus Fonds 12 - Entscheidung vertagt

Das Objekt des Fundus Fonds 12 ist voll vermietet, das Hotel sehr gut ausgelastet

Gesellschafterversammlung lehnt Verkauf der Immobilie am Münchner Hauptbahnhof zum Preis von 31 Millionen € ab - wurde ein Unterwertverkauf in letzter Minute vermieden?

München, 11.08.2010; Zugegeben, es gibt Gesellschafter und Gesellschaften mit größeren Sorgen als diejenigen, die derzeit die Eigentümer des Hotels Deutscher Kaiser am Münchner Hauptbahnhof plagen. Die Immobilie ist noch auf viele Jahre hinaus gut vermietet, das Bankdarlehen ist signifikant kleiner als der mutmaßliche Verkehrswert, Jahr für Jahr werden Überschüsse im Bereich von über 1 Million € erzielt. Und doch ist vielleicht gerade diese Immobilie ein Musterbeispiel dafür, warum Kapitalanleger gemeinhin mit der Produktlinie "geschlossener Immobilienfonds" nur selten reine Freude erleben. 

Trotz dieser bemerkenswerten Situation schüttet der Fonds in normale Jahren bestenfalls einmal 2,5% des Nominalkapitals aus, dieses Jahr werden es möglicherweise 4%. Man braucht nicht zu erwähnen, dass im Prospekt wesentlich mehr versprochen war. Und nun, nach 23 Jahren steht der Verkauf zu einem Preis an, der kaum über demjenigen liegt, den die Anleger seinerzeit - neben den durchaus üblich kalkulierten weichen Kosten - zu tragen hatten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 

Zur Debatte steht ein Kaufangebot der Münchner Orlando - Gruppe, die u.a.auch problematische Immobilien entwickelt. 31 Millionen € soll der Fonds erhalten, wovon nochmals eine Maklergebühr von 930.000 € abfließen soll, die jedenfalls zum Teil bei Fundus / Jagdfeld landet. Alles selbstverständlich auf geregelter vertraglicher Grundlage, hier werden keine Fehler gemacht. Auch die anderen Kosten, etwa 480.000 € für die Schließung und Abwicklung des Fonds, sind durchaus üppig kalkuliert. 

Rechtlich und tatsächlich problematisch wird die Angelegenheit allerdings, wenn man berücksichtigt, dass ganz offenbar neben Orlando noch ein weiterer Bieter interessiert war, der einen höheren Kaufpreis bieten wollte. Dieser beschwerte sich vor kurzem beim Verwaltungsbeirat, dass er von der Veräußerungsabsicht gehört habe, während man ihn in den letzten zwei Jahren nicht einmal kontaktiert habe. Der Kaufpreis des Orlando - Angebots scheint auch angesichts der gesicherten Mieteinnahmen gerade für die konkrete Lage unmittelbar am Münchner Hauptbahnhof äußerst niedrig kalkuliert. Auch hier wieder: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

Egal, ob die Anleger nun verkaufen möchten oder nicht, eines scheint sicher zu sein: Für Jagdfeld & Partner, war das Ganze ganz offensichtlich ein richtig gutes Geschäft. Sie kassieren üppigst bemessene Kosten und Gebühren, ihre Dienstleistungen lassen sie sich fürstlich entschädigen. Und so muss es ja sein. 

Übrigens: Die Fonds Immobilie sollen nun nach dem Willen der Anleger nicht nachgerade verschleudert werden. Als das zweite Angebot durch den Verwaltungsbeirat publik gemacht wurde, hat man die Empfehlung, dem Angebot von Orlando zuzustimmen, geändert. Den Anlegern bleibt also noch eine Chance auf eine deutliche Verbesserung ihres Ergebnisses. Und Jagdfeld muss bis zum abschließenden Kasse machen noch warten. 

Noch ein kleiner Nachtrag: Die meisten Fundus Fonds es laufen bei weitem nicht so gut. Einige sind schon insolvent, etwa die Pyramide Marzahn (Fundus Fonds 17). Für das Flaggschiff, das Hotel Adlon, werden auf dem Zweitmarkt gerade einmal 23% vom Nominalwert geboten. Viele dieser Fonds wurden über Banken platziert. Wer sich hier falsch beraten fühlt, hat das unserer Sicht relativ gute Chancen auf Schadenersatz. Dies im übrigen völlig zurecht. Den was wäre eine dynamischer Initiator ohne die Banken? 

Sprechen Sie gerne Herrn Lachmair oder Frau Narloch auf die Angelegenheit an

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