Kontakt

Wilhelm Lachmair & Kollegen

Rechtsanwälte - Fachanwälte

Unternehmensfinanzierung

Hier residierte einst die Prime Select AG, ein Anbieter von Nachrangdarlehen

Future Business, Prokon & Co. - festverzinslich ist lange nicht sicher

Zweifelhafte Genussrechts- und Schuldverschreibungs-konstruktionen führen zu hohen Anlegerschäden - wie man zweifelhafte Angebote erkennen kann - wie man sich ggf. zur Wehr setzen kann

München, 12.02.2014; Orderschuldverschreibungen, Genussrechte und Nachrangdarlehen haben im Moment Konjunktur.  Die beiden Mega-Schadensfälle Prokon Regenerative Energien GmbH und die Infinus/Future-Business-Gruppe zeigen, dass das Schadenspotential für die Anleger gewaltig sein kann. Zusammengerechnet wird die Summe von 2 Mrd. Euro locker überschritten. Dabei kam mindestens eine der Pleiten mit Ansage. Vor den Genussrechten der Prokon warnten Verbraucherschützer schon geraume Zeit. Eine hohe Verzinsung zusamen mit zweifelhaftenoder fehlenden Bilanzzahlen ließ alle Warnlampen aufleuchten.

Schwerer tat man sich da schon bei der Infinus/Future-Business-Gruppe, die einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren zum Opfer fiel, das massive Bilanzmanipulationen und die faktische Überschuldung aufdeckte. Aber auch hier stießen eine hohe Verzinsung auf ein schwer einschätzbares Geschäftsmodell, was jedenfalls einzelne Warner auf sich zog. Hier hat man allerdings mit , wie sich später herausstellte, manipulierten Bilanzen und täuschenden Ratings die Öffentlichkeit lange zu Narren gehalten, auch wenn manche sich die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe nur schwer nachvollziehen konnten.

Und dann gibt es in diesem Umfeld auch noch die offensichtlich nicht seriösen Umtriebe mancher Anbieter wie z. B. Prime Select AG, die Nachrangdarlehen anbot, der ziwschenzeitlich  ebenso insolventen SAM AG, die von der Schweiz aus agierte, oder  Anderson Erste deutsche Grundwert, die eine bankübliche Besicherung behauptet. Hier sind die Schäden regelmäßig geringer, auch kann man in solchen Fällen häufig die Vertriebe belangen, wie etwa die Künsting AG erfahren musste. Sie wurde durch das LG Paderborn zum Schadenersatz verurteilt.

Letztlich gilt hier wie überall bei Angeboten auf dem grauen Kapitalmarkt: Zuviel Vorsicht kann man gar nicht walten lassen. Ist man einmal hineingetappt, sollte man möglicht schnell versuchen, den Vorgang fundiert rechtlich überprüfen zu lassen. In vielen Fällen, aber leider auch nicht immer, läßt sich dann ein Schaden noch begrenzen.