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Akzenta AG – Endstation Gefängnis
Hohe Haftstrafen – Chaosstrategie der Verteidigung zahlt sich nicht aus – Schneeballsystem festgestellt – Akzenta AG: wir machen weiter
München, 18.08.2008; Am 14.08.2008 ist es heraus: Nach 15-monatiger Prozessdauer hat das Landgericht München II die Akzenta-Verantwortlichen Ulrich und Alexander Chmiel zu mehrjährigen Haftstrafen von 6 Jahren und neun Monaten bzw. von 5 Jahren wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges verurteilt. 5 Jahre erhielt auch Mitvorstand Ulrich Braun. Glimpflicher kam lediglich Chmiel-Sohn Christian davon, der 2 Jahre Jugendstrafe erhielt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Danach hatte sich die Verteidigungsstrategie, die im wesentlichen darauf hinauslief, Gericht und Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen und die eine 15-monatige Verhandlungsdauer mit sich brachte, nicht ausgezahlt. Hier hat man mit einer wohl noch nie da gewesenen Chuzpe versucht, erheblichen öffentlichen Druck aufzubauen und letztlich der Staatsanwaltschaft die Schuld für die Schädigung der Anleger in die Schuhe zu schieben. Dies ging einher mit dem Versuch, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, wofür zahlreiche Claqueure eingespannt wurden. Alleine ein diesbezügliches Internet-Forum hat bis heute 106 Seiten, die nun vermutlich mit dem Versuch, das Münchener Verdikt als krasse Fehlentscheidung darzustellen, fortgesetzt werden.
Ernsthaften Erfolg kann das nicht haben. Das wäre angesichts der Dreistigkeit, mit der sich die Angeklagten an den Einzahlungen der Geschädigten bedient haben, kaum verständlich. Wie das Oberbayerische Volksblatt mitteilt, sah es das Gericht als erwiesen an, dass die Verantwortlichen ein unzulässiges Schneeballsystem gegründet und betrieben hätten, mit dem sie ihre Vertragspartner geschädigt und getäuscht hätten. Immerhin sollen sie sich rund 27 Mio. € ausbezahlt haben. Andererseits vermisste man bis zum Schluss Hinweise darauf, an welcher Stelle des Konzerns das Geld, das man den Anlegern versprach, denn erwirtschaftet werden sollte. Dies mit dem Hinweis, diese wären ja nicht am Gewinn, sondern an den Umsätzen beteiligt. Allerdings hilft einem das nicht über die Frage hinweg, wie man denn etwas verteilen kann, ohne es erwirtschaftet zu haben.
Bis zuletzt, auch während des Strafverfahrens, wollte man von dem Umsatzmodell bei der Akzenta AG nicht abrücken. Die Internetpräsenz der Akzenta AG wurde für diverse Statements verwendet, mit denen man die Strafverfolgung als staatliche Willkür darstellen wollte. Noch im Mai erhielten die Vertragspartner von dem zwischenzeitlich schon wieder abgelösten Vorstand Juan Ramos de la Rosa ein Rundschreiben, in welchem das Modell nach wie vor gepriesen wurde und versichert wurde, es weiter zu betreiben, bis schließlich im Juli Vergleichsangebote versandt wurden.
Nun, kurze Zeit nach Urteilsverkündung wurde das Informationsportal auf der Internetseite auf allein die Pressemitteilung zum Urteil reduziert. Angesichts der deutlichen Worte zum System der Umsatzbeteiligung hat man nun sämtliche Informationen, wohl auch wegen der potentiell strafrechtlichen Brisanz vom Netz genommen.
Damit dürfte auch jenen, die noch immer an die Tragfähigkeit des Modells geglaubt haben, klar geworden sein, dass Ziel der Aktivitäten in erster Linie die Gewährleistung eines deutlich überdurchschnittlichen Lebensstandards der Initiatoren war. Die haben sich auch das meiste eingesteckt, eine Prachtvilla im einstmals schönsten Dorf Bayerns Neubeuern kündet noch davon. Sollte das Urteil, insbesondere mit der Feststellung, dass es sich um ein Schnellballsystem handle, so Bestand haben, dürften auch gute Aussichten für die Schadenersatzverfahren der Geschädigten bestehen.
