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Wilhelm Lachmair & Kollegen

Rechtsanwälte - Fachanwälte

Proven Oil Canada vor dem Aus - Schlechte Aussichten nach Gesellschafterversammlungen!

Abenddämmerung bei POC - die bunten Bilder der POC könnten sich als Luftschlösser entpuppen

München, 03.09.2015: Nach sechs turbulenten Gesellschafterversammlungen in Berlin ist klar, dass sich die Situation der betroffenen POC-Fonds noch schlechter darstellt, als bislang mitgeteilt. Noch kurz vor den Versammlungen hatte die kanadische COGI Limited Partnership am 28.08.2015 die Durchführung eines sog. CCAA (Companies‘ Creditors Arrangement Act) - Verfahrens eingeleitet. Hierbei handelt es sich um ein Insolvenzverfahren, ähnlich dem deutschen Insolvenzplanverfahren, welches eine Restrukturierung der betroffenen Gesellschaft im Einvernehmen mit deren Gläubigern ermöglichen soll. Durch diesen Schritt wollten die Anwälte der COGI offenbar einen unmittelbar drohenden Notverkauf der Öl- und Gasassets durch die Bank verhindern. Der Plan der POC, an die COGI LP ein Unterstützungsdarlehen aus den von den Anlegern zurückgeforderten Ausschüttungen vergeben zu dürfen, steht nach den Ereignissen der letzten Woche jedoch auf dem Spiel. Zum einen hat bislang nur rund ein Drittel der Anleger die erhaltenen Ausschüttungen zurückgezahlt, zum anderen lehnten die Gesellschafter mehrerer größerer Fonds die Darlehensvergabe ab. Damit droht bereits Ende September die Verwertung der restlichen Öl- und Gasassets der COGI LP. Ob dies zur Tilgung der Gläubigerforderungen von mehr als 46 Millionen CAD (rund 32 Millionen Euro) aussreicht, blieb völlig offen.

 

Marathonverantaltung der POC-Fonds in Berlin

Die Erschöpfung war allen Teilnehmern anzusehen, als am spätesten Donnerstagabend die letzte von sechs Gesellschafterversammlungen der POC-Gruppe zu Ende ist. Die Kapitalmarktkanzlei Lachmair & Kollegen vertritt bereits eine große Zahl an POC-Anlegern. Die Rechtsanwälte Stefan Forster und Moritz Schmidt nahmen von Dienstag bis Donnerstag bei allen sechs betroffenen Fonds (POC Eins, POC Zwei, POC Growth 1, POC Growth 2, POC Growth 3 Plus und POC Natural Gas 1) die Vertretung von Gesellschaftern wahr. An den einzelnen Gesellschafterversammlungen im Hollywood Media Hotel nahmen teilweise mehrere hundert Gesellschafter teil.

 

Flucht ins CCAA - Verfahren angesichts eines "fire-sale"

Die POC-Gesellschaften erhofften sich von ihren Gesellschaftern jeweils die Befugnis, aus den von den Gesellschaftern zurückgeforderten Vorabausschüttungen die von der Insolvenz bedrohte COGI LP mittels Darlehen stützen zu dürfen. Von den Vertretern der COGI und der POC-Gesellschaften wurde denn auch großer Druck auf die Anwesenden ausgeübt und insbesondere auf das wenige Tage vorher eingeleitet CCAA - Verfahren hingewiesen. Nach der Erlaubnis durch die Gesellschafter sollten die POC-Gesellschaften nach den Vorstellungen der kanadischen Anwälte der finanzierenden Bank unverzüglich ein möglichst großes Darlehen an die COGI LP in Aussicht stellen, um so den drohenden Notverkauf („fire-Sale“) der verbliebenen Öl- und Gasassets noch verhindern zu können. Demnach hat die COGI LP derzeit rund 34 Millionen CAD (rund 23 Millionen EUR) Darlehensschulden bei der Bank. Hinzu kommen noch ca. 12,5 Millionen CAD (rund 8,45 Millionen EUR) an Forderungen von nachrangigen Gläubigern. Die resultierenden 46,5 Millionen CAD entsprechen derzeit etwa 31 Millionen EUR. Der Wertverfall der Öl- und Gasassets wurde fast ausschließlich mit dem historisch niedrigen Ölpreis begründet, dabei jedoch kaum auf den unklaren Verblieb der ursprünglich mehr als 300 Millionen EUR an Anlegergeldern eingegangen.

Auf Nachfrage der Kanzlei Lachmair & Kollegen mussten die Verantwortlichen einräumen, dass im Fall eines sog. „fire-sales“, also des kurzfristigen Verkaufs der Assets durch die Bank, derzeit nicht einmal ein Erlös in Höhe der bestehenden Forderungen gegen die COGI LP gewährleistet sei. Nach den Vorstellungen der POC-Vertreter sollten die Gesellschafter deshalb schnellstmöglich die Ausschüttungen zurückzahlen und ihren POC-Gesellschaften die Möglichkeit zur Darlehensgewährung an die COGI LP einräumen.Nach dem erhofften Aufschub eines Notverkaufs könnten die Öl- und Gasassets dann nach einem erhofften Wiederanstieg des Ölpreises irgendwann in der Zukunft wieder wirtschaftlich arbeiten bzw. zu einem besseren Preis verwertet werden.

 

Kaum nachprüfbaren Angaben zu tatsächlich noch vorhandenen Öl- und Gas-Assets

Bereits im Rahmen der ersten Gesellschafterversammlungen zeigten die zahlreichen Anleger und Anlegervertreter, dass sie dem Vorschlag der POC-Verantwortlichen nicht ohne weiteres folgen wollten. Vehement wurden immer wieder verlässliche und vor allem nachprüfbare Angaben zu den tatsächlich noch vorhandenen Öl- und Gasassets gefordert – die Verantwortlichen von POC und COGI konnten auch am Ende der drei Tage keinerlei verlässliche Zahlen nennen. Selbst die von den POC-Gesellschaften in der letzten Zeit verbreiteten Werte in der Größenordnung von 75 Millionen CAD (rund 50 Millionen EUR) bis 130 Millionen CAD (rund 87,5 Millionen EUR) konnten sich die Verantwortlichen nicht festlegen. Für den Fall eines „fire-sale“ im aktuellen Marktumfeld droht jedenfalls ein Verkaufserlös noch unterhalb der bestehenden Verbindlichkeiten von rund 46,5 Millionen CAD (rund 31 Million EUR).

Rechtsanwalt Stefan Forster von der Kanzlei Lachmair & Kollegen wies mehrfach auf die Bedeutung von nachprüfbaren Zahlen für die Entscheidung der Anleger hin: „Trotz wiederholter Nachfragen gibt es keinerlei Angaben zum Wert der noch vorhandenen Öl- und Gas-Assets bzw. zur bisherigen Verwendung der Anlegergelder durch die COGI LP und die POC-Fonds. Nach wie vor sind die entscheidenden Jahresabschlüsse der Gesellschaften nicht veröffentlicht. Nach unseren Informationen wurde ein großer Teil der Assets bereits zur Tilgung des von der COGI LP aufgenommenen Darlehens verkauft, die letzten Felder erst kurz vor der Gesellschafterversammlung.

Aktuell scheint der Wert nicht einmal zur Tilgung der Verbindlichkeiten der COGI LP auszureichen. Es ist für mich deshalb nicht ersichtlich, ob nach einer Tilgung der Verbindlichkeiten überhaupt noch Öl- und Gas-Assets mit ausreichend Potential vorhanden sind. Denn auch nach einem derzeit nicht absehbaren massiven Anstieg des Ölpreises müssten die dann noch vorhandenen Öl- und Gasfelder der COGI LP genügend Rendite zur Rückzahlung von ca. 305 Millionen EUR an Anlegergeldern erwirtschaften können. Außer vom Ölpreis hängt dies in erster Linie von der Qualität und dem (Förder-)Potential der noch verbliebenen Öl- und Gasfelder ab. Schließlich hatten die POC-Fonds anscheinend schon vor der umstrittenen Zusammenlegung im Jahr 2013 Probleme, ausreichend Gewinn zu erwirtschaften – und dies bei einem extrem hohen Ölpreis. “

 

Drohende Rückforderung von Ausschüttungen durch Insolvenzverwalter

Die Vertreter der POC und der COGI wollten von einem Abschmelzen der Öl- und Gas-Assets hingegen nichts wissen und führten die aktuellen Probleme fast ausschließlich auf den niedrigen Ölpreis zurück. Für die Verweigerung der Zustimmung zur Darlehensgewährung an die COGI LP wurde ein Totalverlust nicht mehr ausgeschlossen und eine drohende Rückforderung aller Auszahlungen durch einen Insolvenzverwalter in Aussicht gestellt. Dies wurde insbesondere von anwesenden Anwälten in Zweifel gezogen: „ Nach meiner persönlich Ansicht kann nicht ohne weiteres angenommen werden, dass ein kanadischer Insolvenzverwalter ohne weiteres auf die in Deutschland ausgezahlten Ausschüttungen zugreifen kann. Bei wirtschaftlicher Betrachtung erscheint es zudem unwahrscheinlich, dass bei derzeitigen Verbindlichkeiten von umgerechnet rund 31 Millionen EUR noch eine größere Unterdeckung verbleibt, sollten die noch vorhandenen Öl- und Gas-Assets noch einen einigermaßen substantiellen Wert haben. In einem solchen Fall dürfte den Anlegern wenigstens ein Teil der Vorabausschüttungen verbleiben“, so Rechtsanwalt Moritz Schmidt von der Kanzlei Lachmair & Kollegen.

 

Weiterhin hohe Kosten für Geschäftsführung der POC-Fonds

Neben den fehlenden Angaben zu den bislang erfolgten Investitionen und den tatsächlich noch vorhandenen Öl- und Gas-Assets wurden die Managementkosten der POC-Gesellschaften und der COGI als zu hoch kritisiert. So ist davon auszugehen, dass ein nicht unerheblicher Teil der von den Anlegern zurückgeforderten Vorabauszahlungen umgehend zur weiteren Finanzierung des Geschäftsbetriebs der POC-Gesellschaften verbraucht werden wird.

 

Umsetzung des Rettungskonzepts nach teilweiser Ablehnung unsicher

Auf der Grundlage der nur unvollständigen Informationen war die Entscheidung für oder gegen die Vorschläge der POC-Geschäftsführung für die meisten Gesellschafter äußerst schwierig. Nach drei Tagen und intensiven Versammlungen ist die Bilanz denn auch nicht eindeutig. Nur bei einem Teil der Fonds stimmten die Gesellschafter der Vergabe von Darlehenskapital an die kanadische COGI LP zu, bei den anderen gab es keine Zustimmung. Da bislang nur rund ein Drittel der Anleger die im Jahr 2013 erhaltenen Ausschüttungen freiwillig zurückgezahlt hat, sind die Auswirkungen auf das laufende CCAA-Verfahren in Kanada derzeit nicht absehbar. Ein Verlust allen eingezahlten Kapitals ist derzeit nicht unwahrscheinlich.  Rechtsanwalt Stefan Forster: „Wegen der fehlenden verlässlichen Informationen zu den  Öl- und Gasassets in Kanada ist derzeit nicht ersichtlich, ob nach Tilgung der Schulden überhaupt noch eine nennenswerte Wirtschaftsgrundlage verbleibt. Schließlich soll damit noch der Größte Teil des Anlegerkapitals von mehr als 300 Millionen Euro zur Rückzahlung erwirtschaftet werden. Ein Totalverlust ist damit nicht auszuschließen."

Betroffenen Anlegern wird dringend empfohlen, sich in dieser Sache von qualifizierten und unabhängigen Anlegeranwälten beraten zu lassen. Mit Rechtsanwalt Stefan Forster und Rechtsanwalt Moritz Schmidt stehen zwei auf die Vertretung von Fondsanlegern spezialisierte Anlegeranwälte zur Verfügung, die sich in den letzten Monaten wesentlich um die Aufklärung der Machenschaften der dima24.de verdient gemacht haben und mittlerweile mehrere hundert betroffene Anleger vertreten.
 
Kostenlose Erstberatung:       forster@ra-lachmair.de         schmidt@ra-lachmair.de

 

 

 

 

München, 06.07.2015: Es ist ein herber Schlag für die mehr als 10.000 deutschen Anleger der verschiedenen POC Proven Oil Canada - Fonds. Spätestens bis zum Wochenende dürften bei den Anlegern Schreiben ihrer jeweiligen Fondsgesellschaft zugehen, in denen diese vorerst die seit 2013 gezahlten Vorabausschüttungen zurückfordert - und zwar binnen einer Frist von nur zwei Wochen.

 

"Borrowing Base Shortfall" - Kreditgeber in Kanada ziehen scheinbar Notbremse

Als Begründung wird eine vorzeitige Rückforderung des an die COGI Limited Partnership gewährten Kredits durch die finanziernde Bank verwiesen. In der COGI Limited Partnership waren im Rahmen des bereits damals von uns sehr kritisch eingeschätzten Sanierungskonzepts alle Kredite an die verschiedenen POC - Fonds zusammengeführt worden.  Die POC - Gesellschaften bezeichnen das Szenario der Rückforderung durch die Bank  als "borrowing base shortfall", mit dem diese schon aufgrund der kurzen Fristsetzung für die Kreditrückführung ein "foreclosure", also die Zwangsveräußerung der Assets in Kauf nimmt. Im Klartext: Die Bank sieht in den von der COGI Limited Partnership bereit gehaltenen Sicherheiten keinen ausreichenden Gegenwert mehr zum gewährten Kreditvolumen.  Die Sicherheiten dürften im Wesentlichen die verschiedenen Öl- und Gasfelder der POC - Fonds darstellen. Die POC - Gesellschaften müssen einräumen, dass es infolge des niedrigen Öl- und Gaqspreises zu einem langanhaltenden, dramatischen Wertverfall gekommen ist. Zudem beklagen Sie sich, dass bei der Kalkulation des Wertes der Assets nicht mehr die spekulativen "possible productions" und "probable productions" berücksichtigt werden, damit nur noch die tatsächliche Produktion zu Grunde gelegt wird.

 

Fragwürdige Verflechtungen und Zweifel am Wert der Öl- und Gasfelder

Dies überrascht indes nicht. Neben den Verflechtungen der POC - Fonds mit dem Umfeld des zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Öl - Fondsinitiators Jürgen Hanne sorgte immer auch die tatsächliche Werthaltigkeit der einzelnen Öl- und Gasfelder für Zweifel am Fondskonzept. Die POC versuchte stets, diese durch Vorlage von Gutachten zu entkräften. Zuletzt wurde im März 2014 ein Wertgutachten zu den Öl- und Gasfeldern der Conserve Oil öffentlich diskutiert. Bereits damals wurde darauf hingewiesen, dass dieses nur wegen der Berücksichtigung des sog. Cash-Flows auf eine Bewertung von 789 Millionen CAD kommt, während nur ein Ansatz proved plus probable abgezinst mit zehn oder mehr Prozent realistisch sei. Die Wirtschaftswoche nennt in einem Artikel dann einen Wert von 289 Millionen CAD.

 

Sicherheiten weniger als 45 Millionen EUR wert?

Nachdem es den POC - Fonds lange gelang, die tausenden Fonds- Anleger Ahnungslos zu halten, kommt nun wohl die finanzierende Bank zum Schluss, dass den gewährten Krediten keine ausrechenden Werte mehr entgegen stehen. Kaum beruhingen kann es dabei, dass nach Schilderung der POC - Fonds nach bereits durchgeführten Teiltilgungen nur noch 60 Millionen CAD an Darlehen offen währen. Noch einmal zur Erinnerung - in der COGI Limited Partnership sind die Kredite an die Objektgesellschaften der POC Eins, POC Zwei, POC Growth, POC Growth 2, POC Natural Gas 1 sowie POC Growth 3 Plus - Fonds gebündelt. Die Investitionen der deutschen Anleger in die ursprünglich 8 POC - Fonds ( 6 x Öl & Gas, 1 x Gas, 1 x Holzverstromung) werden dagegen auf ca. 300 Millionen EUR geschätzt. 60 Millionen CAD entsprechen hingegen weniger als 45 Millionen EUR. Der von der Bank zugrunde gelegte Wert der Sicherheiten muss also noch einmal deutlich darunter liegen, wenn die kanadische Bank deswegen einen Notverkauf provoziert. Nachdem es bereits letztes Jahr Hinweise darauf gab, dass das Sanierungskonzept der POC - Fonds gescheitert war, droht nun ein abruptes Ende. Es ist nicht ersichtlich, dass bei einem so niedrigen Wert der Öl- und Gasfelder dieser jemals nur annähernd zur Rückzahlung der von den Anlegern eingezahlten Beteiligungssumme herangezogen werden kann.

 

Zweifelhafte Gesellschafterbeschlüsse geben Anlass zur Sorge

Anlass zur Sorge bereiten auch die dem Schreiben an die Anleger beigefügten Unterlagen für eine schriftliche Gesellschafterabstimmung. Darin soll die Fondsgeschäftsführung zum, einen zum Verkauf von Öl- und Gasgebieten der COGI Limited Partnership zu den derzeit herrschenden Marktbedingungen ermächtigt werden. Gerade diese Marktbedingungen wurden aber im Anlegeranschreiben als derzeit katastrophal dargestellt. Aus unserer Sicht ist hier nicht ersichtlich, wo hier der Unterchied zum an die Wand gemalten Notverkauf sein soll.

Im Rahmen des zweiten Beschlusses sollen die Anleger der jeweiligen Fondsgesellschaft Darlehen, diese auch noch nachrangig, an die COGI Limited Partnership gewähren, um den aufgeneommenen Kredit zurück zu führen.

Erläutert werden beide Beschlüsse nicht. Rechtsanwalt Stefan Forster von der Kapitalmarktkanzlei Lachmair & Kollegen sieht die Beschlüsse deshalb kritisch: "Nach meiner Einschätzung sollen die Anleger mit diesen Beschlüssen überrumpelt werden und damit das Ende der POC - Fonds vorbereitet werden. Dass es bei diesem Szenario nach der Befriedigung der Bank noch zu einer konzeptgemäßen Rückzahlung Anlegerbeiträge kommt, halte ich für unwahrscheinlich. Selbst ein Totalverlust erscheint damit nicht ausgeschlossen."


Rückzahlung nicht ohne sorgfältige Prüfung

Angesichts eines drohenden Totalverlustes kommt der Rückforderung der ab dem Jahr 2013 gezahlten Vorabauszahlungen eine große Bedeutung zu. "Für den Großteil unserer vielen POC - Mandanten stellt die Rückforderung einen Schock dar. Viele haben die Fonds über den dime24.de - Vertrieb von Malte Hartwieg erworben und mussten in den letzten Monaten schon das Scheitern diverser anderer Fonds verkraften. Damit dürfte es den meisten unmöglich sein, innerhalb der kurzen gesetzten Frist von nur zwei Wochen den geforderten Rückzahlungsbetrag aufzubringen. Zudem erscheint es unwahrscheinlich, dass die Zahlungen jemals wieder zurückfließen.", so Rechtsanwalt Moritz Schmidt von Lachmair und Kollegen.

Fraglich erscheint zudem, ob die jeweiligen Fondsgesellschaften derzeit überhaupt einen Anspruch auf die Rückerstattung der Vorabausschüttungen haben. Gerade aus den von den POC - Fondsgesellschaften im Schreiben zitierten Urteilen des Bundesgerichtshofes ergibt sich dies nämlich für den konkreten Fall und die konkret angeführte Klausel gerade nicht. "Die angeführte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist für den konkreten Fall nicht automantisch einschlägig, zumal der Bundesgerichtshof die Hürden für eine Rückforderung von Auszahlungen durch die Fondsgesellschaft selbst sehr hoch angesetzt hat. Wir haben starke Zweifel, ob in den konkreten Fällen die Voraussetzung für einen Rückzahlungsanspruch vorliegen. Gerde vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation der POC - Fonds sollte einer Zahlung stets eine sorgfältige  Prüfung des konkreten Einzelfalles vorangehen.   Umso wichtiger ist dabei, dass aus unserer Sicht umfangreiche Schadensersatzansprüche wegen Pflichtverletzungen bei der Konzeption und dem Vertrieb der POC - Fonds bestehen.  Diese können der Forderung der Fondsgesellschaft gegebenenfalls entgegengehalten werden. Generell ist es leichter, sich in Deutschland gegen unberechtigte Ansprüche zu wehren als abgeflossenes Vermögen aus dem Ausland wieder zu erlangen", so Rechtsanwalt Stefan Forster von Lachmair & Kollegen.

Betroffenen Anlegern wird dringend empfohlen, sich in dieser Sache von qualifizierten und unabhängigen Anlegeranwälten beraten zu lassen. Mit Rechtsanwalt Stefan Forster und Rechtsanwalt Moritz Schmidt stehen zwei auf die Vertretung von Fondsanlegern spezialisierte Anlegeranwälte zur Verfügung, die sich in den letzten Monaten wesentlich um die Aufklärung der Machenschaften der dima24.de verdient gemacht haben und mittlerweile mehrere hundert betroffene Anleger vertreten.
 
Kostenlose Erstberatung:       forster@ra-lachmair.de         schmidt@ra-lachmair.de

 

 

Das Unternehmen POC

Die Abkürzung POC steht für „Proven Oil Canada“ (POC). POC Eins GmbH & Co. KG existiert laut Handelsregisterauszug seit 2008. Es handelt sich dabei um eine Tochtergesellschaft der „Conserve Oil Corporation POC First Limited Partnership“, die in Kanada ansässig ist. Daneben gibt es noch die „Sproule Company“, die als Gutachterunternehmen eingebunden ist.

POC ist in Berlin ansässig. Als Geschäftsführerin wird im Handelsregister Frau Monika Galba aufgeführt. POC ist für das Anlagegeschäft der Conserve Oil in Deutschland zuständig und verwaltet die Kommanditanteile der Anleger an der Muttergesellschaft in Kanada. Der POC gehören 8 geschlossene Fonds an, wobei jeder dieser Fonds ein Unternehmen bildet.

Diese Gesellschaften investieren wiederum in Öl- und Gasquellen. Auf diese Weise soll mittelbar Erdöl in Kanada gefördert und verwertet werden. Mit den Einlagen der Anleger erwirbt die Gesellschaft Bohrgrundstücke, Förderrechte und Verkaufsrechte.

Die Muttergesellschaft, Conserve Oil Corporation POC First Limited Partnership, hat ihren Sitz in Calgary, Alberta, Canada. Anleger in Deutschland erwerben die Beteiligung an dieser Gesellschaft in Form von Einlagen und mithin eine Gesellschaftsbeteiligung.

Die personelle Aufstellung des jeweiligen Unternehmens ist auf den ersten Blick äußerst irritierend, da sich die Personen in verschiedenen Funktionen der jeweils anderen Gesellschaft befinden. Diese personelle Verquickung der Unternehmen untereinander erweckt den Eindruck einer „Vetternwirtschaft“. So ist ein Herr David Crombie der Präsident der Conserve Oil Limited. Ihr Vizechef ist wiederum ein Herr Helwerda. Dieser ist zugleich Vizechef des Gutachterunternehmens Sproule.

Zugleich existiert seit August 2013 ein weiteres Unternehmen, namentlich Bridge Cap Development Inc. Dieses Unternehmen soll Investments in Hotelanlagen tätigen. Der Präsident der Conserve Oil ist zugleich der Präsident auch dieses Unternehmens. Herr Helwerda wiederum ist Berater von Bridge Cap Development Inc.

Im Juli 2013 hat POC eine Umstrukturierung vorgenommen, da die Gelder zu weiteren Investitionen nicht ausreichten. Alle 8 Tochtergesellschaften wurden zu einer großen Gesellschaft zusammengeführt. Was diese Investitionsgesellschaft wiederum erwirtschaftet und wie sie arbeitet, ist unklar. Auch ihre personelle Struktur ist nach wie vor nicht transparent.

Das Produkt POC

Anleger in Deutschland haben mit ihren Investitionen Anteile in einem geschlossenen Fonds erworben. Die Beteiligung an der Gesellschaft erfasst sogenannte Ausbeutungsrechte an bereits produzierenden Öl- bzw. Gasquellen in Kanada. Mit diesen Geldern sollte die POC wiederum in Öl- und Gasquellen in Kanada investieren, wodurch die Produktion und der Absatz von Öl und Gas gefördert werden sollte. Durch den Verkauf dieser Rohstoffe sollten Gewinne erzielt werden. Diese Gewinne sollten in Form von Ausschüttungen an die Anleger zurückfließen.

Aus dem Prospekt lässt sich entnehmen, dass Ausschüttungen in Höhe von 1 % monatlich, mithin 12 % Rendite im Jahr zugesichert werden. Wie diese Rendite erzielt werden soll, lässt sich dem Prospekt wiederum nicht entnehmen. Es kann nur vermutet werden, dass sie über die Verkaufsgewinne erwirtschaftet werden sollen.

Die Auszahlungen wurden in den ersten fünf Jahren vorgenommen. Im Juli 2013 wurden diese eingestellt bzw. stark reduziert. Die Begründung dazu stützt man auf den zurückgegangenen Erdölkurs vor Ort. Es handele sich um kaufmännische Vorsichtsmaßnahmen. Zugleich heißt es in der Presse, dass die erbrachten Ausschüttungen solche Auszahlungen von Gewinnen betreffen, die noch erzielt werden müssten. Sollten diese Gewinne also zuvor nicht erzielt worden sein, stellt sich die Frage, ob hier möglicherweise Investitionsgelder neuerer Anleger für Ausschüttungen älterer Anleger eingesetzt worden sind.

Rechtsverfolgung gegen POC

Es liegt nahe, dass das Unternehmen die in Aussicht gestellten Renditen zu keinem Zeitpunkt erwirtschaftet hat und auch in Zukunft wahrscheinlich nicht erwirtschaften wird. Welche Investitionen tatsächlich über die Anlagegelder in Kanada getätigt worden sind, lässt sich nicht nachvollziehen. Aussagekräftige Unterlagen werden, wtwa gegenüber der Wirtschaftspresse, zurückgehalten. Vor dem Hintergrund ist es auch nicht nachvollziehbar, welche Anlagestrategie POC verfolgt hat und zu verfolgen beabsichtigt. Es entsteht allerdings der Eindruck, dass sowohl über das Produkt selbst, als auch über die Anlagestrategie bei POC und Conserve Oil fehlerhafte und unvollständige Informationen erteilt worden sein dürften.

Möglicherweise sind Anleger nicht nur über die zu erwartende Rendite, sondern auch über die Unternehmensstruktur an sich getäuscht worden. Ein Zeichen dafür bietet die personelle Verquickung zwischen den einzelnen Unternehmen.

Aus dem Prospekt lassen sich mögliche Pflichtverletzungen herleiten. Gleichwohl bedarf es weiterer Recherchen und Informationen, um die Tatsachengrundlagen für mögliche Rechtsverletzungen ermitteln und darstellen zu können.